Oma als Au-pair

Immer mehr ältere deutsche Frauen suchen ein "Abenteuer" in der Ferne

Immer mehr Familien aus dem Ausland suchen deutsche Frauen gehobenen Alters als Kinderbetreuerinnen und Ersatzomas. Die Lebenserfahrung und Gelassenheit dieser "Granny Aupairs" sind gefragt. Pionierin bei der Vermittlung war Michaela Hansen. Sie gründete 2010 in Hamburg die Agentur "Granny Aupair". Damit wollte sie Frauen über 50 dabei helfen, den Traum eines Auslandsaufenthalts zu verwirklichen. Mittlerweile können auch deutsche Gastfamilien Großmütter aus dem Ausland aufnehmen.
Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll

Genau wie jugendliche Au-pairs bleiben auch die "Granny Aupairs" in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland behalten. "Diese Weiterversicherung gilt aber nur für die EU-Länder und die Staaten des europäischen Wirtschaftsraums", betont Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen. Für einen Arztbesuch in diesen Ländern reicht es in aller Regel aus, seine Krankenversicherungskarte vorzuzeigen. Wer als "Granny Aupair" nach Amerika, Kanada oder in ein anderes Land gehe, sollte unbedingt eine private Zusatzversicherung abschließen. "Diese kann aber auch innerhalb Europas hilfreich sein - zum Beispiel dann, wenn etwa ein Rücktransport nach Deutschland nötig ist", erläutert Sprott.
Rechte und Pflichten abklären

Die Rechte und Pflichten von Eltern und der "Granny Aupair" sollten vorab sorgfältig geklärt werden. "Generell geht die Aufsichtspflicht für die Kinder von den Eltern auf die Leihoma über", erklärt Dieter Sprott. Sie hafte bei einer Verletzung der Aufsichtspflicht in der Regel also beispielsweise für Schäden, die das Kind verursacht. Über die konkreten rechtlichen Gegebenheiten in dem jeweiligen Land sollte man sich vorab gut informieren. Im Fall der Fälle sollte die Leihoma in der Lage sein, Schadensersatz zu leisten. "Mit einer privaten Haftpflicht ist man meist auf der sicheren Seite. Es ist aber erforderlich, den Versicherer über die Tätigkeit zu informieren und sich den Schutz bestätigen zu lassen", betont Dieter Sprott.
Ausgiebig "beschnuppern"

Agenturen wie "Granny Aupair" stellen nur den Kontakt zu potenziellen Gastfamilien im Ausland her. Ansonsten ist es eine private Reise, während der die Frauen anstatt in einem Hotel bei einer Gastfamilie wohnen und dafür bei der Kinderbetreuung helfen. Interessenten sollten mit den potenziellen Familien im Vorfeld schreiben, telefonieren oder skypen. Optimalerweise sollte ein Treffen zum Kennenlernen organisiert werden. Dabei kann man sich "beschnuppern" und die Modalitäten des Aufenthalts - Unterkunft, Aufgaben und Tagesablauf, Reisekosten, Taschengeld - abklären.




Foto (Zeichnung): djd/Ergo Direkt Versicherungen
Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen/thx
Text: djd/Martin Blömer

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