Notfallkarte

Starnberg - Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat der Runde Tisch "Gegen häusliche Gewalt" eine kleine Notfallkarte im Scheckkartenformat entwickelt. Die Karte ist mit allen wichtigen Telefonnummern versehen. Sie soll Betroffenen eine schnelle Übersicht geben, bei welchen Anlaufstellen es sofort Hilfe gibt. 7.600 Frauen wurden im Jahr 2012 Opfer von häuslicher Gewalt, die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Häusliche Gewalt bezeichnet verschiedene Formen von Gewalt, die zwischen Erwachsenen innerhalb einer Paarbeziehung stattfinden. Dazu gehören ständige Eifersucht und Kontrolle, Entzug von Geld, Erniedrigung, Isolation, Herabsetzung vor den Kindern, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Belästigung und Stalking. Ebenso zählen dazu Körperverletzung durch Schlagen, Stoßen, Treten und Würgen. Häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder findet überwiegend in den eigenen vier Wänden statt. Über 90 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Für Kinder hat das Miterleben von häuslicher Gewalt negative Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Sophie von Wiedersperg, Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes Starnberg: "Dies wollen wir mit der breiten Verteilung der Notfallkarte ändern." Bundesweit und auch im Landkreis Starnberg gibt es seit vielen Jahren die von den Gleichstellungsbeauftragten koordinierten und moderierten "Runden Tische". Diese dienen der besseren Vernetzung und dem stetigen Ausbau der Unterstützung und Beratung Betroffener vor Ort. Dort sitzen die Fachkräfte des Frauennotrufs, der Beratungsstellen, der Polizei, der Opferhilfe, der Staatsanwaltschaft und des Familiengerichts zusammen. Sie suchen gemeinsam nach Wegen, wie betroffenen Frauen bei Gewalt bessere sowie schnellere Hilfe und Unterstützung gegeben werden kann. Die Notfallkarte ist im Landratsamt, bei den Gemeinden und den Mitgliedern des Runden Tisches erhältlich.

Zudem ist sie auch auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lk-starnberg.de/notfall-Telefonnummern zu finden.

(is)

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