Arthrose - Gelenkverschleiß bremsen und aktiv entgegenwirken

Um Arme, Beine und Rumpf uneingeschränkt bewegen zu können, benötigt unser Körper flexible Verbindungselemente wie beispielsweise die Kniegelenke. Damit die Knochenenden der Ober- und Unterschenkel hier nicht direkt aufeinander reiben, befindet sich an den Kontaktstellen Knorpelmasse. Als Pufferzone vorgesehen, schützt diese die Knochen bei jeder Bewegung. „Im Laufe des Lebens kommt es jedoch zu Abnutzungserscheinungen und die Knorpelschicht verringert sich. Kommt es zu einem unnatürlich starken Verschleiß, sprechen Experten von Arthrose“, weiß Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Facharzt für Orthopädie und spezielle Schmerztherapie in München. „Etwa 40 Prozent der 70- bis 74-Jährigen leiden unter dieser Erkrankung, die aufgrund der dauerhaft großen Belastung vor allem an den Kniegelenken auftritt. “Da Gelenkknorpel keine Nerven besitzen, bleiben diese Veränderungen jedoch lange Zeit unbemerkt. Problem: Unbewusst eingenommene Schonhaltungen lassen auch Muskeln, Bänder und Schleimhaut auf Dauer schrumpfen, sodass das gesamte Gelenk nach und nach an Beweglichkeit verliert. Um außerdem Begleiterscheinungen wie Schmerzen zu verhindern, sollte frühzeitig eine entsprechende Therapie einsetzen. Da die Knie eine der größten Gelenkflächen bilden und die meiste Last beim Gehen tragen, gilt dieser Bereich als sehr anfällig für Arthrose. Schreitet die Erkrankung weiter fort, klagen Patienten über dauerhaft verbleibende Beschwerden, die den Alltag stark einschränken. Arthrose lässt sich bei einer rechtzeitig einsetzenden Therapie jedoch aufhalten oder zumindest abmildern.
Um Symptome zu lindern und den Gelenkverschleiß zu bremsen, spielen bei einer Arthrosetherapie mehrere Faktoren eine Rolle. Als erster Baustein gilt Bewegung, denn wer seine Knie schont, beschleunigt den Knorpelabrieb. Grund: Bei jeglicher Aktivität produzieren Gelenke eine Substanz, die für eine reibungslose Beweglichkeit sorgt. „Für Betroffene eignen sich am besten gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder aber Gymnastikübungen, immer nach dem Motto: bewegen, ohne dabei zu belasten“, rät der Experte. Wer sich im fortgeschrittenen Stadium von Arthrose ausschließlich unter Schmerzen bewegt, dem helfen in den meisten Fällen gelenkerhaltende Operationen. „Um die Beweglichkeit wieder herzustellen, wird das Gelenk mit neuen Flächen ausgestattet“, erläutert Dr. Schneiderhan. „Während des Eingriffs wird der geschädigte Knorpel entfernt und neue Stoßdämpfer in Form von Kunststoff, Keramik oder Metall eingesetzt.“ Patienten erhalten auf diese Weise eine neue Beweglichkeit, die neben einfachen Aktivitäten auch kompliziertere Bewegungsabläufe wie Treppen steigen wieder problemlos ermöglicht. Mithilfe darauf folgender physiotherapeutischer Maßnahmen bleibt das betroffene Gelenk so langfristig schmerzfrei.  (is)

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