Im Ausnahmezustand richtig handeln

Verkehrsunfälle sind Ausnahmezustände. Der Schreck fährt allen Beteiligten in die Glieder. Doch Besonnenheit und schnelles Handeln sind vonnöten, um weiteren Schaden zu verhindern. So etwa durch Einschalten der Warnblinkanlage, durch eine erste Versorgung von Verletzten und den Notruf 112 bei der Polizei. Der Griff zur Warnweste und das Absichern der Unfallstelle mit einem Warndreieck sind die nächsten Schritte.

Das Pannenzeichen weist rechtzeitig auf eine Gefahr hin, wenn es auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen 200 Meter entfernt vor dem Unfallort aufgestellt wird. Vor der Unfallaufnahme durch die Polizei sollte die ursprüngliche Situation nicht verändert werden. Handelt es sich um einen Bagatellschaden, bei dem die Polizei nicht eingeschaltet wird, ist ein Unfallprotokoll trotzdem nützlich. Vorgedruckte Blankounfallberichte, die man vorsorglich ins Handschuhfach legt, erleichtern die Darstellung des Geschehenen, vor allem in Stresssituationen.
Alle Unfallbeteiligten müssen am Unfallort bleiben und mindestens 30 Minuten warten, um die Aufnahme der Personalien zu ermöglichen. Sonst droht ihnen eine Anzeige wegen Unfallflucht.

Mit der eigenen Beweissicherung sollte nicht zu spät begonnen werden. Dazu gehört es, die Kennzeichen der betroffenen Fahrzeuge sowie Namen, Anschriften und Telefonnummern der beteiligten Fahrer zu notieren. Wichtig ist es, die Daten der Fahrzeughalter, die im Fahrzeugschein stehen, und die Versicherungsschein-Nummer der Versicherungsgesellschaft aufzuschreiben. Auch die Adressen von Unfallzeugen oder deren Autokennzeichen können später nützlich sein, falls es zum Streit über den Unfallhergang kommt. In jedem Fall sollte man nicht spontan eine Schuld oder auch nur Teilschuld einräumen.
Unfallbeteiligte sollten sich gegenüber der Polizei kooperativ verhalten, etwa bei den Angaben zur Person und zum Fahrzeug. Die Unfallaufnahme beschränkt sich bei Bagatellschäden jedoch häufig darauf, die Personalien und Fahrzeugdaten festzuhalten. Das Polizeiprotokoll sollte man aufmerksam durchlesen.

Wenn das eigene Fahrzeug nach dem Unfall anscheinend noch fahrtüchtig ist, sollten Lenkung, Reifen sowie Lampen und Blinker untersucht werden, ehe man damit weiterfährt. Sobald das Fahrzeug erkennbar Flüssigkeit verliert, ist Vorsicht geboten. Zu empfehlen ist, einmal kräftig aufs Bremspedal zu treten, um zu prüfen, ob es nachgibt oder ob es dem Bremsdruck standhält. Bestehen auch nur geringste Zweifel an der Verkehrstüchtigkeit, gehört das Fahrzeug abgeschleppt.
Nachdem der erste Unfallschreck vorüber ist, sollte man die eigene Versicherung informieren. Auch ein Kfz-Haftpflicht-Geschädigter sollte mit der gegnerischen Versicherung Kontakt aufnehmen, um zu klären, ob der Wagen durch einen Sachverständigen besichtigt werden muss oder eine Reparaturfreigabe auch ohne vorherige Begutachtung möglich ist.
 
Besonnenes Handeln nach einem Unfall grenzt weiteren Schaden ein.  (is)

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